Geschichtlicher Überblick

Vor- und Frühgeschichte

Alte Heer- und Handelsstraßen führten schon in der Zeit der Vor- und Frühgeschichte durch das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau. Keltische und römische Stämme siedelten am Rande des Bruches und auf der Westricher Hochfläche. Relikte dieser frühen Besiedlungsphase sind Hügelgräber, Münzen, Schmuckstücke und Werkzeuge sowie ein Menhir "Römerstein" in der Ortsgemeinde Martinshöhe. Eine Spolie = römischer Götterstein im Langwiedener Kirchturm ist ebenfalls Zeuge römischer Herrschaft.

Wasserturm und Menhir
Alter Wasserturm und Menhir in Martinshöhe


Fränkisches Reich ab 4. Jahrhundert

Zur Zeit des fränkischen Reiches stellten Gaue die Herrschaftsbereiche sogenannte Gaukönige dar. Im Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau verliefen einst die Grenzen der Verwaltungseinheiten Nahegau, Bliesgau und Wormsgau. Gleichzeitig bildeten diese Provinzen die jeweiligen Amtsbezirke der Bischöfe der Diözesen Mainz, Metz und Worms.
Diözese


Zeit der Territorialherrschaft und Fürstentümer ab 12. Jahrhundert

Als Folge der Übertragung königlicher Hoheitsrechte für ein bestimmtes Gebiet an einen Feudalherrn entstanden im 12. Jahrhundert Territorialstaaten. Nach und nach konnten die Landesherren ihre Rechte zu staatlicher Souveränität erweitern und diese bis zur Reichsgründung 1871 beibehalten. Im Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau stießen einst die Grenzen von Kurpfalz, Pfalz Zweibrücken und Grafschaft Sickingen zusammen.


Pilgerweg und Spitalkirche


Pilgerweg
Die Spitalkirche in Vogelbach wurde in den Jahren 1131/32 auf Veranlassung der Grafen Friedrich von Saarwerden und Dietrich von Homburg erbaut. Seit der keltoromanischen Zeit führten alte Handelswege und die Pilgerstraße "Sternenweg" von Speyer nach Santiago de Compostela entlang der Westpfälzischen Moorniederung. In der Gegend des heutigen Vogelbachs war eine Überquerung des Bruches besonders leicht möglich. Die Spitalkirche in Vogelbach war ebenso wie die Wallfahrtsbasilika in Santiago de Compostela den Aposteln Philippus und Jakobus geweiht und diente Pilgern zur Einkehr und Rast und Kranken zur Aufnahme und Pflege.


Die mittelalterliche Woogwirtschaft

Woogwirtschaft

Die Entstehung der Teichwirtschaft im Pfälzer Raum geht auf das 12. Jahrhundert zurück, wobei Benediktiner- und Zisterziensermönche als erste aufgestaute Wasserquellen und Bachläufe systematisch für die Fischzucht, einer damals wichtigen Nahrungserwerbsquelle für die Bevölkerung, nutzten. Der Scheidenberger Woog erreichte mit einer Breite von 3 Kilometern unter den Weiheranlagen das größte Ausmaß. In den 1770er Jahren wurde er abgelassen und im Zuge der Moorkultivierung abgestochen und trockengelegt. Seit 1987 stellt der Scheidenberger Woog mit Beständen des Biotoptyps Naß- und Feuchtwiese in einer Flächenausbreitung von 231 ha eines der wichtigsten Naturschutzgebiete der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau dar.


Zeit der Franzosenherrschaft

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ Napoleon I die nach ihm benannte Kaiserstraße zu einer strategischen Heerstraße ausbauen. In Bruchmühlbach-Miesau fand in dieser Zeit des Pferdewagens ein reger Handel und Umtausch statt, die Gasthäuser florierten und die alte Posthalterei, in der Napoleon I mehrfach übernachtete, entwickelte sich zu einem wichtigen Postknotenpunkt.


Zeit nach dem 1. und 2. Weltkrieg

Gleich zweimal in der deutschen Geschichte - 1919 nach der Abtrennung des Saargebietes als Ergebnis des Versailler Friedensvertrages und 1948 im Zuge einer erneuten Lostrennung des Saargebietes vom deutschen Wirtschaftsgebiet - entwickelte sich Bruchmühlbach zu einem Zollgrenzbahnhof mit Eisenbahngrenzzollamt von überregionaler Bedeutung. Die Geschichte der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau zeigt, daß es sich hier seit jeher um eine Grenz- und Durchgangsregion von besonderem Reiz und kultureller Vielfalt, handelt.

 

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